rZö Ideen zur Philosophie
und natürlich auf Menschen wirken konnte, gebrauchthabe; abscheulich aber wars, wenn der Betrug oderder Despotismus es mißbrauchte, und sich des gan-zen noch ungebandigten Oceans menschlicher Phan-tasieen und Traume zu seiner Absicht bediente.
Großer Geist der Erde, mit welchem Blicküberschauest du alle Schattengcstaltcn und Traume,die sich auf unsrer runde» Kugel jagen: denn Schat-ten sind wir und unsre Phantasie dichtet nur Schat-tenträume. So wenig wir in reiner Luft zu ath-men vermögen: so wenig kann sich unsrer zusam-mengesetzten, aus Staub gebildeten Hülle jetztnoch die reine Vernunft ganz mittheilen. In-dessen auch in allen Zergangen der Einbildungs-kraft wird das Menschengeschlecht zu ihr erzogen; cShangt an Bildern, weil diese ihm Eindruck von Sa-chen geben, cs sieht und suchet auch im dicksten Ne-bel Strahlen der Wahrheit. Glücklich und auser-wahlt ist der Mensch, der in seinem engebeschranktentleben, so weit er kann, von Phantasier» zum We-sen d i. aus der Kindheit zum Mann erwachst undauch in dieser Absicht die Geschichte seiner Brüdermtt reinem Geist durchwandert. Edle Ausbreitunggibt es der Seele, wenn sic sich aus dem engenKreise, den Klima und Erziehung um uns gezogen,berauszusetzen wagt und unter andern Nationen we-nigstens lernt, was man entbehren möge. Wiemanches findet man da entbehrt und entbehrlich,was man lange für wesentlich hielt! Vorstellungen,die wir oft für die allgemeinsten Grundsätze derMenschenvernunft erkannten, verschwinde» dort undhier mit dem Klima eines Orts, wie dem Schiffen-