96 Ideen zur Philosophie
Vorgehen, ohne eigentlich durch diese organischenKräfte. Wie auch das Klima wirke; jeder Mensch,jedes Thier, jede Pflanze hat ihr eignes Klima:denn alle äußern Einwirkungen nimmt jedes nachseiner Weise auf und verarbeitet sic organisch. Auchin der kleinsten Fiber leidet der Mensch nicht wieein Stein, nicht wie eine Wasserblase. Lasset unseinige Stufen oder Schattirungen dieser Veractungbemerken.
Die erste Stufe der Verartung des menschli-chen Geschlechts zeiget sich in den äußern Theilen;nicht als ob diese für sich litten oder wirkten: son-dern weil die unS einwohnendc Kraft von innen her-aus wirket. Durch den wunderbarsten Mechanis-mus strebt sie aus dem Körper zu treiben, was ihrhinderlich und fremd ist ; die ersten Veränderungenihres organischen Baues müssen also an den Gren-zen ihres Reichs sichtbar werden, und so betreffendie auffallendsten Varietäten des Menschengeschlechtsnichts als Haut und Haare. Die Natur schützteihr inneres wesentliches Gebilde und schaffte die be-schwerende Materie so weit hinaus, als sic es zuthun vermochte.
Griff die verändernde äußere Macht weiter: sozeigen sich ihre Wirkungen auf keinen andern Wegen,als auf denen die lebendige Kraft selbst wirket, aufden Wegen der Nahrung und Fortpflan-zung. Der Neger wird weiß geboren; die Theile,'die sich bey ihm zuerst schwärzen, sind ein offen-bares
) S. H.I. des vorhergehenden löten Buchs.