der Geschichte der Menschheit. 65
kunstreicher Bau fähig! Seine festen Tkeilc lösensich in so feine, vielfach verschlungene Fibern auf,daß sie kein Auge verfolgen mag:' diese werden voneinem Leime gebunden, dessen zarte Mischung allerberechnenden Kunst entweichet; und noch sind dieseTheile das Wenigste, was wir an uns haben; siesind nichts alS Gesäße, Hüllen und Träger des inviel größerer Menge vorhandenen vielartigen, viel-begeisterten Saftes, durch den wir genießen und le-ben. „Kein Mensch," lagt Haller, *) „ist im in-ner« Bau dem andern ganz ähnlich: er unterschei-det sich im Laufe seiner Nerven und Adern in Mil-lionen von Millionen Fallen, daß man fast nicht i,nStande ist, aus den Verschiedenheiten dieser feinenTheile das auSmfinden , worin sie Übereinkommen. "Findet nun schon das Auge des Zergliedrerö diesezahllose Verschiedenheit; welche größere muß in denunsichtbaren Kräften einer so künstlichen Organisationwohnen ! so daß jeder Mensch zuletzt eine Welt wird,zwar eine ähnliche Erscheinung von außen; im In-nern aber ein eignes Wesen, mit jedem andern un-ausmeßbar.
Und da der Mensch keine unabhängige Sub-stanz ist, sondern mit allen Elementen der Naturin Verbindung stehet; er lebt vom Hauche der Lust,wie von den verschiedensten Kindern der Erde, denSpeisen und Getränken: er verarbeitet Feuer, wieer das Licht einsaugt und die Luft verpestet: wachendund schlafend, in Ruhe und in Bewegung, tragter zur Veränderung des Universum bey, und sollte
*) Vorrede zu Buffvns allgem. Siaturgesch. Th. 3.Philos. und Gesch. IV, Tb. E II.