der Geschichte der Menschheit. 37
sie im Kaufe nur nach den Zahnen. Ein Herrnhuti,scher Missionarius *) hat aus einem andern Welt-thcile her uns sorgfältigere Unterscheidungen von Völ-kerschaften der Neger gegeben, als so manche Afri-kanische Reisende, die an die Küsten streiften. Welchein Glück wäre es für Natur- und Menschenkunde,wenn eine Gesellschaft Menschen von FörstersGeiste, von Sparmanns Geduld und von denKenntnissen Herder, dies unentdeckte Land durchzö-gen ! Die Nachrichten, die man von den menschen-fressendcn Haga's und Anziken gibt, sind gewiß über-trieben, wenn man sie auf alle Völker des inncrnAfrika verbreitet. Die Iaga's scheinen eine verbün-dete Räuber-Nation, gleichsam ein künstliches Volkzu seyn, das als ein Gemenge und Auswurf meh-rerer Völker Freybeuter auf dem festen Lande macht,und zu dem Ende in roben grausamen Gewohnhei-ten lebt **). Die Anziken sind Gcbirqsvölker, viel-leicht die ^Mongolen und Kalmuken dieser Gegend;wie manche glückliche und ruhige Nation aber magam Fuße der Mhndgebirge wohnen! Europa ist nichtwerth, ihr Glück zu sehen, da es sich an diesemWelttheile unverzeihlich versündigt hat, und nochimmer versündigt. Die ruhig handelnden Araberdurchziehen das Land , und haben weit umher Eolo-nien gepflanzet.
*) Oldendorps Missions-Geschichte auf St. Tho-mas. S. 270. u. f.
") S. Proyarts Geschickte von Loango, Kakongou. f. Lcipz >770. Dieser Deutschen Uebersetzungist eine gelehrte Sammlung der Nachrichten überdie Iaga's beygesügt.