der Geschichte der Menschheit. SZ
Zuerst fällt jedermann in's Auge, daß derStrich der wohlgebildetsten Völker ein Mittelstrichder Erde sey, der, wie die Schönheit selbst, zwi-schen zweyen Aeußersten liegt. Er hat nicht die zu-sammen drückende Kalte der Samojeden, noch diedörrenden Salzwinde der Mongolen ; und auf der an-dern Seite ist ihm die brennende Hitze der Afrika-nischen Sandwüsten, so wie die feuchten und ge-waltsamen Abwechselungen des Amerikanische» Kli-ma eben so fremd. Weder auf dem Gipfel derErdhöhe liegt er, noch auf dem Abhänge zum Polehin; vielmehr schützen ihn auf der einen Seite dieMauern der Tartarischen und Mongolischen Gebirge,da auf der andern ihn der Wind des Meeres kühlt.Regelmäßig wechseln feine Iahrszeiten ab, aber nochohne die Gewaltsamkeit, die unter dem Aequatorherrscht; und da schon Hippokrates bemerkt hat, daßeine sanfte Regelmäßigkeit der Jahrszeilen auch aufdas Gleichgewicht der Ncioungcn großen Einflußzeigt: so hat sie solchen in den Spiegel und Abdruckunsrer Seele nicht minder. Die räuberischen Tur-kumannen, die auf den Bergen oder in der Wüsteumher schweifen, bleiben auch im schönsten Klimaein häßliches Volk; ließen sie sich zur Ruhe niederund theilken ihr Leben in einen sanfter» Genuß und ineine Thatigkeit, die sie mit andern gebildeter» Nationenverbände: sie würden, wie an der Sitte derselben,so mit der Zeit auch an den Zügen ihrer BildungAntheil nehmen. Die Schönheit der Welt ist nurfür den ruhigen Genuß geschaffen; mittelst seinerallein theilt sie sich dem Menschen mit und verkör-pert sich in ihm.