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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Wir werden nicht lange getrennt bleibe», Jndith," sagte sie;wenn dn stirbst, mußt dn auch im See neben der Mntter bc-braben werden."

Wollte Gott, Hetty, daß ich schon jetzt dort läge!"

Nein, das kann nicht sei», Jndith; die Leute müssen sterben,che sie das Recht haben, begraben zn werden. Es wäre eineSünde, dich zn begraben, oder gar wenn dn dich selbst begrabenwolltest, so lange dn noch lebst. Einmal dachte ich daran, michselbst z» begraben; Gott bewahrte mich vor dieser Sünde."

Du! dn, Hetty Hutter, an eine solche That denken!" riefJndith, in nicht zn bemcisterndem Erstaunen aufschanend, dennsie wußte wohl, daß kein Wort, das nicht gewissenhaft wahr ge-wesen wäre, über den Mund ihrer streng redlichen Schwester kam.

Ja, ich, Judith, aber Gott hat es vergessen nein, er ver-gißt Nichts, aber er hat es vergeben," erwiederte das sterbendeMädchen, mit dem zerknirschten Wesen eines reuigen Kindes.Eswar nach der Mntter Tod; ich fühlte, daß ich die beste Freundinauf der Erde verloren hatte, wo nicht die einzige Freundin. Esist wahr, dn und Vater, ihr war't freundlich gegen mich, Jndith;aber ich war so schwachsinnig; ich wußte, ich würde euch nurUnlust mache»; und dann schämtet ihr euch so oft einer solchenSchwester und Tochter; und es ist hart, in einer Welt zu leben,wo Alle Einen ansehen als unter ihnen stehend. Ich dachte da-mals, wenn ich mich an der Mntter Seite begraben könnte,würde ich glücklicher sein im Sec, als in der Hütte."

Vergib mir verzeih' mir, liebste Hetty, auf meinen Kniecnliegend bitte ich dich, mir zu verzeihen, süße Schwester, wennirgend ein Wort oder eine Handlung von mir dich zn einem sowahnsinnigen und grausamen Gedanken trieb!"

Steh' auf, Jndith, kniee vor Gott kniee nicht vor mir.Gerade so war mir zn Mnth, als Mntter starb. Es fiel mirAlles ein, womit ich sie in Worten und Werken betrübt hatte,