673
Einunddreißigstes Kapitel.
Die Blume, die heute lacht,
Ist morgen verblüht;
- Was gern wir ewig gedacht.
Lockt uns und flieht.
Was ist die Lust der Welt?
Ein Blitz, der spottend erhellt
Die Nacht, und glänzt, und fällt.
Shelley.
Das Bild, welches zunächst die von den unglücklichen Hnronenzu ihrem letzten Lagerplatz gewählte Landspitze darbot, brauchtkann, dem Auge des Lesers vorgefnhrt zu werden. Zum Glückfür die Zärtcrfühlcnden und Furchtsameren halten die Baum-stämme, das Laub und der Pnlverdampf viel von dem, was vor-ging, verborgen, und bald darauf zog die Nacht ihren Schleierüber den See, und die ganze, dem Anschein nach gränzenloseWildniß, die sich, kann man sagen, mit entfernten und unwesent-lichen Unterbrechungen von den Ufern des Hudsons bis an dieKüsten des stillen Oceans erstreckte. Unsere Aufgabe führt uns zudem folgenden Tag, wo das Lickt ans die Erde wiederkehrte, sosonnig und lächelnd, als wäre nichts Außerordentliches vorgefallen.
Als am nächsten Morgen die Sonne sich erhob, waren alleAnzeichen von Feindseligkeit und Kriegslärm von dem Becken desGlimmerglas verschwunden. Das entsetzliche Ereigniß des vorigenAbends hatte keine Spuren auf dem friedlichen Wasserspiegel zn-rnckgelaffen, und die unermüdlichen Stunden verfolgten ihren Laufin der harmlosen Ordnung, die ihnen von der mächtigen Hand,welche sie in Bewegung setzte, vorgezeichnct war. Die Vögelschwammen wieder auf dem Wasser, oder schwebten von ihrenSchwingen getragen hoch über den Wipfeln der höchsten Fichtender Berge, lustig ihre Bahnen auf und nieder beschreibend, ge-horsam den unwiderstehlichen Gesehen ihrer Natur. Mit einemDer Wildtovter. 43