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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
656
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Wildtödter gehorchte ruhig, und seine Zuhörer horchten be-gierig auf die Dolmetschung der ersten Worte aus dem Mundeiner so außerordentlichen Erscheinung. Das Verlangen schienvollkommen im Charakter einer Person, die selbst allem Anschein»ach einem hohen Stand angehörte. Rivcnoak ertheilte eine geeig-nete Antwort, indem er sich seinem schönen Besuch in einer Artvorstellte, die keine» Zweifel übrig ließ, daß er zu all' der Achtungberechtigt sei, die er in Anspruch nahm.

Ich kann das glauben, Hnrone," begann Judith wieder, undspielte ihre angenommene Rolle mit einer Festigkeit und Würde,die ihrem Nachahmnngstalent Ehre machte, denn sie war bemüht,ihrem Benehmen die herablassende Artigkeit zu verleihen, die sieeinmal bei der Gattin des Generals bei einer ähnlichen, obwohlfriedlicheren Scene beobachtet hatte;ich kann glauben, daß Ihrdie wichtigste Person dieser Truppe seid; ich sehe in Eurem Ange-sicht die Züge des Nachdenkens und der Besonnenheit. An Euchalso muß ich meine Mitthcilnng richten."

Möge die Blume der Wälder sprechen," erwiederte der alteHäuptling höflich, sobald ihre Anrede so gedolmetscht war, daßAlle sie verstehen mochten.Wenn ihre Worte so lieblich sindwie ihr Aussehen, werden sie nie meine Ohren verlassen; ich werdesie noch hören, lange nachdem der Winter von Canada alle Blumendes Sommers gctödtet und alle seine Reden erstarren gemacht hat."

Diese Bewunderung schmeichelte Judith bei der ihr eigenenGemüthsart, und sie trug ebensoviel bei, ihr ihre Selbstbeherr-schung zu erleichtern, als sie ihre Eitelkeit befriedigte. Sielächelte unwillkürlich, oder trotz ihrem Vorsatz, zurückhaltend zuerscheinen, und fuhr nun weiter in ihrem Gewerbe fort.

Nun, Hnrone," sprach sie,hört meine Worte. Eure Angensagen Euch, daß ich kein gewöhnliches Weib bin. Ich will nichtsagen, daß ich die Königin dieses Landes sei; die ist weit wegvon hier, in einem fernen Lande; aber unter unfern großmächtigen