den Maß', und den reichen Spitzen mehr Ehre gebracht hätten,als das schöne Wesen, deren Person er jetzt schmücken half.
Die Wirkung einer solchen Erscheinung war nicht übel berech-net. Im Augenblick, wo Judith sich innerhalb des Kreises be-fand, ward sie einigermaßen für die furchtbare persönliche Gefahr,der sie sich anssetzte, entschädigt durch den unzweideutigen Ein-druck von Ueberraschung und Bewunderung, den ihre Erscheinunghcrvorbrachte. Die grimmigen alten Krieger ließen ihre» Lieb-lingsruf: ,Hnghff hören. Die jünger» Männer waren noch stär-ker hingenommen, und selbst die Weiber blieben nicht zurück, ihrWohlgefallen durch offene Aenßernngcn kund zu geben. Nur sel-ten hatten diese rohen Kinder des Waldes andere weiße Frauen,als von der niedrigsten Klaffe, gesehen, und was Kleider betrifft,so hatte ihr Auge noch nie so viel Glanz und Schimmer erblickt.Die lustigsten Uniformen von Franzosen und Engländern erschie-nen matt, verglichen mit dem schillernden Brokat; und währenddie seltene körperliche Schönheit der Trägerin die Wirkungen derFarben noch erhöhte, verfehlte der Anzug nicht, diese Schönheitnoch hcrvvrznheben in einer Art, welche selbst die Hoffnungen desMädchens übertraf. Wildtödter selbst war ganz verblüfft, »nddieß ebensosehr über das glänzende Bild, welches das Mädchendarbot, als über die Gleichgültigkeit gegen die Folgen, womitsie der Gefahr des gethancn Schrittes trotzte. Unter solchen Um-ständen warteten Alle ab, bis der Besuch seine Absicht erklärenwürde, die den Meisten der Zuschauer ebenso unbegreiflich schien,wie dessen Erscheinung.
„Welcher von diesen Krieger» ist der vornehmste Häuptling?"fragte Judith den Wildtödter, sobald sie merkte, daß man von ihrdie Eröffnung der Unterredung erwartete; „mein Auftrag ist zuwichtig, um an Einen von niedrigerem Rang bestellt zu werden.Zuerst erklärt den Hnronen, was ich sage; dann gebt mir Ant-wort ans die Frage, die ich gcthan."