doch ein weißer Mann, der seine Gaben und Pflichten kennt, sichdas nicht zu Nutze machen, nnd so im geeigneten Augenblick sichretten. Ich glaube, der Tod wäre natürlicher nnd willkommener,als Ehe mit diesem Weibe."
„Sagt das nicht zu laut," unterbrach ihn Hctty ungeduldig;„ich glaube, sie würde das nicht gern höre». Ich bin gewiß,Hurry würde eher sogar mich heirathen, als Martern ausstehcn,obwohl ich schwachsinnig bin; und es würde mich gewiß tödtcn,wenn ich denken müßte, er würde lieber den Tod wählen, alsmein Gatte werden!"
„Ja, Mädchen, Ihr seid nicht Snmach, sondern eine hübsche,junge Christin, mit einem guten Herzen, anmuthigem Lächeln undfreundlichem Auge. Hurry dürfte stolz darauf sein, Euch zu be-kommen, und das nicht, wenn er im Elend »nd Kummer wäre,sondern in seinen besten und glücklichsten Tagen. Jndeß nehmtmeinen Rath, und sprecht mit Harry nie von diesen Dingen, erist im beste» Falle doch eben ein Gränzer."
„Ich möchte es ihm nm die Welt nicht sagen!" rief dasMädchen, und sah sich ganz entsetzt nnd erröthend um, sie wußteselbst nicht warum. „Mutter sagte immer, Mädchen sollen nichtkeck und vorlaut sein, und ihre Gesinnungen nicht anssprechen,ehe man sie frage; — oh! ich vergesse nie, was Mutter mirgesagt hat. Es ist schade, daß Hurry so schon ist, Wildtödter;ich glaube, ohne das würden ihn wenigere Mädchen gern haben,und er wurde eher sein eigenes Gemiith kennen lernen."
„Armes Mädchen, armes Mädchen! es ist klar genug, wiees steht; aber der Herr wird ein Geschöpf von so einfältigemHerzen und so freundlichem Gemüth nicht außer Acht lassen! Wirwollen nicht weiter von diesen Dingen sprechen; wenn Ihr Ver-nunft hättet, wurdet Ihr Euch bekümmern, Andere so Euer Ge-heimniß haben durchschauen zu lassen. Sagt mir, Hetty, was istaus all' den Hnronen geworden, und warum lassen sie Euch auf
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