Druckschrift 
12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
594
Einzelbild herunterladen
 

594

Gewiß; jch wünsche gar nicht, daß Ihr mir es sagt, Hetty,auch würde es einen Sterbenden Nichts nüpen, es zn wissen.Was die Znnge spricht, wenn der Geist schläft, dasür ist wederKopf »och Herz verantwortlich."

Jch wollte, ich wüßte, warum Judith im Schlafe so vielvon Offiziere» und redlichen Herzen und falschen Zungen redet;aber ich denke, sie sagt es mir nicht gern, weil ich schwachsinnigbin. Ist es nicht sonderbar, Wildtödter, daß Judith den Hnrrynicht mag der doch der tüchtigstanssehende Junge ist, der jean den Sec kommt, und so schön wie slc selbst. Vater sagteimmer, sie würden das hübscheste Paar in der Gegend sein, ob-gleich Mutter an March so wenig Gefallen hatte als Judith.Man kann nicht wissen, was kommen wird, sagt man, bis dieDinge wirklich geschehen."

Ach, weh! Nun, arme Hetty, es hilft nicht viel, zu Solchenzn sprechen, die Einen nicht verstehen können, und so will ichnichts weiter von dem sagen, wovon ich mit Euch reden wollte,obwohl es mir schwer auf der Seele liegt. Rührt die Ruder wie-der, Mädchen, und wir wollen dem Lande znstcnern, denn dieSonne steht schon hoch, und mein Urlaub ist beinahe zn Ende."

Das Canoe glitt jetzt dahin, und steuerte dem Punkte zu, woWildtödter genau wußte, daß seine Feinde ihn erwarteten, undwo er schon zu fürchten anfing, nicht mehr zur rechten Zeit cinzn-treffen, um das Pfand seines Wortes zn lösen. Hetty jedoch, dieseine Ungeduld bemerkte, ohne ihren Grund sehr klar zn begreifen,unterstützte ihn so kräftig in seiner Anstrengung, daß ihre recht-zeitige Ankunft bald nicht mehr zweifelhaft war. Dann, und erstdann, ließ der junge Mann in seiner Arbeit am Ruder etwasnach, und Hetty fing wieder an in ihrer einfachen, zutraulichenWeise zu plaudern, obwohl nichts weiter zur Sprache kam, waszn berichten slch der Mühe verlohnte.