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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Jetzt zog Judith die Hände von ihrem Angesicht zurück, ihreThränen hatten anfgehört, und sie ließ eine so gewinnende Mieneblicken mit dem Lächeln, das sie wahrhaft strahlend machte, daßder junge Mann sie einen Augenblick mit sprachlosem Entzückenan starrte.

Sagt nichts weiter, Wildtödter," entgegnete sie hastig,espeinigt mich, wenn ich höre, wie Ihr Ench selbst tadelt. Ich er-kenne meine Schwäche nur um so besser, nunmehr ich sehe, daßIhr sie entdeckt habt; die Lehre, so bitter ich sic einen Augenblickempfunden habe, soll nicht vergessen werden. Wir wollen nichtlänger von diesen Dingen sprechen, denn ich fühle mich nicht starkgenug dazu, und ich mochte nicht, daß der Delaware, oder Hist,oder auch Hetty meine Schwäche bemerkten. Fahrt wohl, Wild-tödtcr! möge Gott Ench segnen und schützen, wie Euer redlichesHerz Segen und Schutz verdient, und wie ich es zuversichtlichhoffe!"

Judith hatte so weit wieder die Ueberlegcnhcit gewonnen, dieeigentlich ihrer bessern Bildung, ihrem hochfliegendcn Geiste undihren ausnehmenden persönlichen Vorzügen znkam, daß sie die sozufällig erlangte Gewalt über den Andern behauptete, und wirk-lich jedes Znrückkommen auf einen Gesprächsgegenstand verhinderte,der eben so seltsam war unterbrochen, als seltsam eingeleitct mor-den. Der junge Mann ließ ihr ganz ihren Willen, und als sieseine harte Hand mit ihren beiden Hände» drückte, widersetzte er-sieh nicht, sondern ergab sich in diese Huldigung so ruhig und miteiner Alles so in der Ordnung findenden Art, wie ein Fürst einenähnlichen Tribut von einem Unterthan, oder die Geliebte von ihremAnbeter würde hingenommen haben. Die Gefühlsanfwallnng hattedas Angesicht des Mädchens gcröthet und ihr ganzes Wesen er-leuchtet, und ihre Schönheit war nie strahlender, als da sie demJüngling einen Abschiedsblick znmarf. Dieser Blick war voll ängst-licher Besorgnis;, Interesses, und zarten Mitleids. Im nächsten

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