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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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ihres Charakters an sich. Damit jedoch das Gespräch nicht znrasch abbreche, oder ein Verdacht von ihrer Absicht in Wildtöd-ter rege werde, beantwortete sie seine letzte Bemerkung so ernstund wahrhaft, als wäre ihr ursprüngliches Vorhaben ganz un-verändert geblieben.

Ich habe gewiß keinen Grund, mich meiner Abstammung znrühmen, nach dem, was ich heute Nacht erfahren habe," sagtedas Mädchen in traurigem Tone.Ich habe eine Mutter gehabt,das ist wahr; aber nicht einmal ihren Namen weis; ich; nnd.wasmeinen Vater betrifft, so ist es vielleicht besser, ich erfahre nie,wer er gewesen, damit ich nicht zu bitter von ihm spreche!"

Judith!" sagte Wildtödter, freundlich ihre Hand ergreifend,und mit einer männlichen Aufrichtigkeit, die dem Mädchen an'sHerz griff,cs ist besser, wir sprechen heute Nacht nichts weiter.Schlaft über Dem, was Ihr gesehen und empfunden habt; amMorgen nehmen sich vielleicht Dinge, die jetzt düster erscheinen,freundlicher aus. Vor Allem, thut nie Etwas in der Bitterkeitdes Herzens, oder weil Tuch so zn Mnthe ist, als nähmet Ihrgern an Euch selbst Rache für anderer Leute Verkehrtheiten.Alles, was heute Nacht zwischen »ns gesprochen und verhandeltworden, ist Euer Geheimnis', und ich werde nie davon reden, selbstnicht mit Schlange; und seid gewiß, wenn er es nicht ans mirherauskriegt, so kriegt es Niemand heraus. Wenn Eure Elternsündhaft gewesen sind, so sei cs die Tochter desto weniger; be-denkt, daß Ihr jung seid, und die Jungen dürfen immer ansbessere Zeiten hoffen; daß Ihr schnelleren Verstandes seid als ge-wöhnlich ist, und Solche meist leicht über Schwierigkeiten weg-kommen, und daß Eure Schönheit eine ungemeine ist; das ist einVortheil bei Allen. Es ist Zeit, ein wenig Ruhe zu genießen,denn morgen wird wohl für Eins oder das Andere von. uns einTag heißer Prüfung werden."

Mit diesen Worten stand Wildtödter aus, und Judith hatte