den See gekommen, der mir nicht angebotcn hätte, mich mit sichzn'nehmen, »nd ich fürchte auch einige, die oerheirathet waren —"
„Ja, das will ich wohl glauben!" unterbrach sie der Andere —„ja, das will ich Alles wohl glauben! Alle znsammengenommen,Judith, trägt die Erde keine Sorte von Menschen, die so selbst-süchtig wäre, und so gleichgültig gegen Gott und sein Gesetz."
„Nicht Einem von ihnen wollte ich — konnte ich mein Ohrleihen; ein Glück vielleicht für mich, daß dies; so war. Es sindauch gut aussehende junge Männer darunter gewesen, wie Ihr anEurem Bekannten habt sehen können, an Harry March."
„Ja, Harry ist scheinbar für's Auge, obwohl, nach meinenIdeen, weniger für das Urtheil. Ich glaubte im Anfang, Ihr seietgemeint, ihn zu nehmen, ja wirklich; aber eh' er wegging, wares leicht genug, sich zu überzeugen, daß dieselbe Hütte nicht großgenug für euch Beide sein würde."
„Ihr habt mir hierin wenigstens Gerechtigkeit widerfahrenlassen, Wildtödter. Hnrry ist ein Mann, den ich nie hcirathenkönnte, wenn er auch zehnmal hübscher wäre für das Auge, undein hundertmal männlicheres Herz besäße, als er hat?'
„Warum nicht, Judith, warum nicht? Ich gestehe, ich binneugierig zu erfahre», warum ein junger Mann wie Hnrry nichtGnnst finden sollte bei einem Mädchen wie Ihr?"
„Dann sollt Ihr cs auch erfahren, Wildtödter," versetzte dasMädchen, freudig die Gelegenheit benützend, diejenigen Eigenschaf-ten zu preisen, welche sie an dem Frager so lebhaft interessirthatten, und in der Hoffnung, auf diesem Wege unvermerkt demihr am meisten am Herzen liegenden Gegenstand näher zu rücken.„Erstlich ist das Aussehen bei einem Mann von keiner Bedeutungfür ein Weib, vorausgesetzt, daß er männlich und nicht entstelltund mißgestaltet ist."
„Da kann ich Euch nicht ganz beistimmen," versetzte der Anderenachdenklich, denn er hatte eine sehr bescheidene Meinung von seiner