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„Und warum nicht? - warum nicht, Mädchen? Kinder fuhrendie Namen ihrer Eltern, naturgemäß, und als eine Art Gabe;und warum solltet Ihr und Hctty nicht auch thnn, was Anderevor Euch gethan? Hutter war des alten Mannes Name, undHutter sollte auch seiner Töchter Name sein; — wenigstens bisIhr in gesetzmäßiger und heiliger Ehe weggegebcn werdet."
»Ich bin Judith, und nur Judith," versetzte das Mädchen mitBestimmtheit, „bis das Gesetz mir ein Recht ans einen andernNamen gibt. Nie will ich wieder den Thomas Hutters führen,und auch, mit meiner Einwilligung, Hetty nicht! Hutter warnicht sein eigentlicher Name, wie ich finde; aber hätte er auch eintausendfaches Recht darauf, das würde mir keines geben. Er warnicht mein Vater, dem Himmel sei Dank! obwohl ich nicht Grundhaben mag, stolz zu sein ans den, der es war!"
„Das ist sonderbar," sagte Wildtödter, das aufgeregte Mäd-chen scharf anstarrcnd, begierig, mehr zu erfahren, aber nicht ge-neigt, sich nach Dingen zu erkundigen, die ihn, streng genommen,Nichts angingen; „ja, das ist sehr seltsam und ungewöhnlich!Thomas Hutter war nicht Thomas Hutter, und seine Töchtersind nicht seine Töchter! Wer konnte denn Thomas Hutter sein,und wer sind seine Töchter?"
„Hörtet Ihr nie Gerüchte flüstern gegen das frühere Lebendieses Mannes, Wildtödter?" fragte Judith. „Obgleich ich fürsein Kind galt, erreichten doch selbst mein Ohr solche Gerüchte."
„Ich will es nicht läugncn, Judith; nein, ich will es nichtlängnen. Gewisse Dinge wurden gesagt, wie man mir erzählt hat;aber ich bin nicht sehr leichtgläubig gegen Gerüchte. So jung ichbin, habe ich doch lauge genug gelebt, um zu lernen, daß es zweiArten von Charakteren in der Welt gibt: solche, die man sichdurch Ahnten erwirbt, und solche, die man durch Zungen erwirbt;und so ziehe ich es vor, für mich selbst zu sehen und zu nrtheilen,statt daß ich jeden Rachen, der sich nur in Bewegung setzen mag,