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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
531
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des Mannes gemäß. Er versteht es nicht besser, und daher istnicht zn erwarten, daß er besser fühlt oder besser handelt, aber,Judith, ich lege cs Euch an's Herz und an's Gewissen wür-det Ihr, könntet Ihr von mir so vorthcilhaft denken, als Ihrjetzt, wie ich hoffe und glaube, thut, wenn ich meinen Urlaubvergäße und nicht in's Lager znrückkehrte?"

Vorthcilhafter von Euch zn denken, Wildtödtcr, als ich jetztschon thue, wäre nicht leicht; aber ich würde fortwährend ebensovorthcilhaft von Euch denken es scheint mir wenigstens soich hoffe, ich könnte es; denn eine Welt würde mich nicht ver-locken, Ench zn Etwas zn veranlassen, was meine wirkliche Mei-nung von Euch ändern könnte."

Dann sucht nicht mich zur Verletzung meines Urlaubs zuverlocken, Mädchen! Ein Urlaub ist etwas Heiliges unter Kriegernund Männern, die ihr Leben in ihren Händen tragen, wie wir inden Wäldern thnn; und welch' eine schmerzliche Täuschung würdees für den alten Tamennnd, und Uncas, den Vater von Schlange,und meine andern Freunde im Stamme sein, wenn ich mich ansmeinem ersten Kriegspfade entehrte? Dieß gilt, das werdet Ihrauch noch einsehen, Judith, ohne daß man ein Gewicht legt aufnatürliche Gaben und eines weißen Mannes Pflichten, Nichts zusagen vom Gewissen. Das ist König bei mir, und ich suche nieseinen Befehlen zn widersprechen."

Ich glaube, Ihr habt recht, Wildtödtcr," versetzte das Mäd-chen nach kurzem Besinnen und mit trauriger Stimme;einMann wie Ihr darf nicht handeln, wie die Selbstsüchtigen undUnehrenhaften zn handeln geneigt sein würden; Ihr müßt in derThat znrückkehren. Wir wollen denn hiervon nicht weiter sprechen;beredete ich Euch zn Etwas, das Ench nachmals leid wäre, sowürde meine Rene nicht kleiner sein als die Enrige. Ihr solltnicht sagen dürfen, Judith ich weiß selbst kaum recht, mitwelchem Namen ich mich jetzt nennen soll!"

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