die Büchse zu bekommen, als ein Anderer. Dennock, wenn dieDinge der Vollkommenheit so sehr nahe kommen, ist es schade,wenn sle sie nicht erreichen."
„Was wollt Ihr damit sagen? Würde sich nicht dicß Gewehrauf meiner Schulter so gut anstiehmcn, als ans der irgend einesMannes?"
„Was das Aussehen betrifft, so sage ich davon nichts. Ihrseht Beide gut aus, und möchtet wohl, was man ein gut ans-sehendeS Paar nennt, machen. Aber der Hauptpunkt liegt imThun und Handeln. Mehr Wild würde in Einem Tage durch dicßGewehr in der Hand gewisser Männer fallen, als in der Enrigenbinnen einer Woche, Hnrry! Ich habe Euch die Probe manchensehen; — Ihr erinnert Euch des Hirsches dieser Tage?"
„Der Hirsch war außer der Wildpretjahrszeit; und wer magWildpret schießen außer seiner Jahrszeit? Ich wollte nur dieKreatur erschrecken, und ich denke, Ihr werdet gestehen müssen,er gerieth in nicht kleine Bestürzung!"
„Gut, gut, Ihr sollt Euren Willen haben. Aber das ist einherrenmäßiges Gewehr, und würde Einen mit- steter Hand undraschem Auge znm König der Wälder machen."
„Dann behaltet es, Wildtödter, und werdetKönig der Wälder!"sagte Judith ernst, die dem Gespräche zngehört, und ihr Auge nieabgewandt hatte von dem ehrlichen Gesicht des Jägers. „Es kannnie in bessere Hände kommen, als in denen es jetzt ist, und darinwird es, hoffe ich, fünfzig Jahre bleiben!"
„Judith, es kann Euch nicht Ernst sein!" rief Wildtödter, soüberrascht, daß er mehr Aufregung zeigte, als er sonst bei ge-wöhnlichen Gelegenheiten blicken ließ. „Ein solches Geschenkkönnte wohl ein wirklicher König machen; ja, und ein wirklicherKönig annehmen!" °
„Es war mir nie in meinem Leben größerer Ernst, Wildtödter;und es ist mir ebenso Ernst mit dem Wunsch wie mit dem Geschenk."