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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
Entstehung
Seite
461
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und zum Glück geschah dieß ohne Varmissen ihrer Schwester, diesich dem Plan, wenn sie davon gewußt hätte, mit unüberwindli-chem Widerwillen widerseht haben würde. Aber Judith hatte sichnicht in diese Anordnung gemischt, und alle erforderlichen Vorbe-reitungen wurden ohne ihren Rath und ihre Kenntnißnahme getroffen.

Die für die schmucklose Ceremonie gewählte Stunde war die,wo gerade die Sonne nnterging, und einen Zeitpunkt und eine Scene,die geeigneter gewesen wären, ein Wesen von friedvollem undreinem Geist die letzte Ehre zu erweisen, hätte man nicht erdenkenkönnen. Es ist ein Geheimniß und eine feierliche Würde im Todverborgen, welche die Ueberlebendcn geneigt machen, die Resteselbst eines Frevlers mit einer Art von Ehrfurcht zu betrachten.Alle weltlichen Unterschiede haben anfgehört; man denkt, derSchleier sei gelüftet, und der Charakter und das Schicksal desAbgeschiedenen seien jetzt ebenso über menschliche Meinungen, wieüber menschliches Wissen erhaben. In Nichts ist der Tod inwahrerem Sinne ein Glcichmacber, weil, obschon es unmöglichsein mag, den Vornehmen mit dem Geringen, den Würdigen mitdem Unwürdigen ganz und gar zu vermengen, das Gemüth esdoch als eine Anmaßung empfände, wollte es das Recht in An-spruch nehmen, Diejenigen zu richten, die, wie man glaubt, vordem Richterstnhle Gottes stehen. Als man Judith sagte, daß Allesbereit sei, trat sle auf die Platform, der Bitte ihrer Schwesternachgebend, und jetzt erst beachtete sie die Vorkehrungen. DerLeichnam war in der Fähre, eingehüllt in ein Leintuch, und wohlein Centner Steine, die man von dem Fenerplatz genommen,waren mit demselben eingcschloffen, damit er gewiß sinke. Keineandern Vorbereitungen erachtete man nöthig, doch nahm Hettyihre Bibel unter dem Arme mit.

Als Alle an Bord der Arche sich befanden, ward diese eigen-thiimliche Behausung des Mannes, dessen Leichnam sie jetzt zuseiner letzten Ruhestätte trug, in Bewegung gesetzt. Hnrry war