seine Auserkorene, welche ihm versprochen, die Langeweile einerWache nm Mitternacht durch ihre Anwesenheit ihm zu versüßen.Auch dieser Mann verstand kein Englisch, aber er fand gar nichtsBefremdendes daran, daß das Mädchen zu dieser Stunde auf denBeinen war. Solche Dinge kamen in einem indianischen Dorfund Lager, wo der Schlaf so unregelmäßig ist wie die Mahlzeit,ganz gewöhnlich vor. Dann kam der armen Hetty ihre bekannteGeistesschwäche auch bei dieser Gelegenheit, wie in den meistenDingen gegenüber den Wilden, sehr zu Statten. Verdrießlich überdie Täuschung seiner Erwartung, und nnmnthig über die Erschei-nung eines unbequemen Besuchs, wie er dachte, winkte der jungeKrieger dem Mädchen weiter zu gehen in der Richtung des Stran-des. Hetty gehorchte; aber im Wcitcrgehen sprach sie laut Eng-lisch in ihrem gewöhnlichen, weichen Ton, den die Stille der Nachtauf einige Entfernung vernehmbar machte.
„Wenn Ihr mich für ein Hnroncnmädchcn »ahmet, Krieger,"sagte sie, „so wundert es mich nicht, daß Ihr so unzufrieden seid.Ich bin Hetty Hutter, Thomas Hutters Tochter, und bin noch nieNachts mit einem Mann znsammengetroffen, denn Mutter sagteimmer, das sei unrecht, und sittsame Mädchen dürften es nie thuu— sittsame Mädchen von den Bleichgesichtern, meine ich; denndie Bräuche sind verschieden in verschiedenen Theilen der Welt, dasweiß ich. Nein, nein; ich bin Hetty Hutter, und möchte selbstHnrry Harry nicht begegnen, sollte er auch auf die Kniee nieder-satten und mich darum bitten! Mutter sagte, es sei unrecht."
Während Hetty so sprach, hatte sie den Platz erreicht, wodie Canoe's gelandet hatten, und vermöge der Krümmung desLandes und der Gebüsche dem Auge der Schildwache sogar amHellen Tage verborgen geblieben wären. Aber ein anderer Fuß-tritt hatte das Ohr des Liebhabers erreicht, und er befand sichschon außer dem Bereich der Silbcrstimme des Mädchens. Nochimmer sprach Hetty fort, ganz ihren Gedanken und Wünschen