276
ihrer Antwort nicht schwankte, sondern einfach und aufrichtig er-wiederte:
„Meine Mutter, ja oft," sagte sie, „mein Vater nie. Eskam mir vor, es mache meine Mutter bekümmert, von unfernGebeten und Pflichten zu sprechen; aber mein Vater hat nie denMund über solche Dinge anfgcthan vor oder seit ihrem Tode."
„Das kann ich glauben — das kann ich glauben. Er hat kei-nen Gott — keinen solchen Gott, wie es einem Menschen vonweißer Haut zu verehren geziemt, oder auch einer Rothhaut. DieDinge da sind Götzen!"
Judith fuhr ans, und einen Augenblick schien sie ernstlich ge-krankt. Dann besann sie sich, und am Ende lachte sie.
„Und Ihr meint also, Wildtödter, diese elfenbeinernen Spiel-sachen seien meines Vaters Götter? Ich habe schon von Götzengehört, und weiß, was sie sind."
„Es sind Götzen!" wiederholte der Andere mit Bestimmtheit.„Warum sollte sic Euer Vater aufbewahren, wenn er sic nichtanbetet?"
„Würde er seine Götter in einem Sack haben, und in einemSchrank ^»geschlossen? Nein, nein, Wildtödter, mein armer Vaterhat seinen Gott bei sich, wohin er geht, und das ist seine eigeneSache. Diese Dinge da mögen wirklich Götzen sein — ich glaubeselbst, das sind sic, nach dem was ich von Götzendiencrei gehörtund gelesen habe, aber sie kommen aus einem fernen Lande, wiealle die andern Gegenstände, und sind in Thomas Hutters Händegekommen, als er Matrose war."
„Das freut mich — das freut mich wahrhaft zu hören, Judith,denn ich glaube, ich hätte den Entschluß nicht aufgebracht, einemweißen Götzendiener aus seiner Noth zu helfen! Der alte Mannist von meiner Farbe und Nation, und ich wünschte ihm zn dienen,aber verlängnete er alle seine Gaben im Punkte der Religion, sowürde mich's hart ankommen, das zn thun. Das Thier da scheint