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„Warum der Große Geist nickt auch de» Indianern Buchschicken?" fragte Hist mit der Unbefangenheit eines gänzlich un-verfälschten G e m ü th e s.
„Warum nicht?" erwiederte Hetty, ein wenig betroffen überdiese so unerwartete Frage. „Warum nicht? Ha! Ihr wißt ja,die Indianer könne» nicht lesen."
Wenn auch Hist mit dieser Erklärung nicht ganz befriedigtwar, hielt sie doch den Gegenstand nicht für erheblich genug, ihnweiter zu verfolgen. Sie neigte nur ihren Leib einfach vor, be-scheiden und sanft die Wahrheit des Vernommenen gelten lassend,und saß da, geduldig die weitern Argumente der Bleichgcsicht-schwärmerin erwartend.
„Ihr könnt diesen Häuptlingen sagen, daß überall in diesemBuche dem Menschen geboten ist, ihren Feinden zu verzeihen, siewie Brüder zu behandeln, und nie ihren Mitmenschen ein Leidznznfügen, namentlich auch nicht aus Rachsucht oder sonst einerbösen Leidenschaft. Meint Ihr ihnen dies; so sagen zn können,daß sie es wohl verstehen werden, Hist?"
„Es ihnen sagen können wohl, aber sie es nicht leicht verste-hen werden."
Dann erklärte Hist die Ideen Hetty's, so gut und deutlich sienur immer konnte, den aufmerksamen Indianer», welche ihre Worteungefähr mit dem Erstaunen vernahmen, wie es etwa ein Ameri-kaner unserer Zeiten an den Tag legen würde bei der Behauptung,daß die große aber schwankende Beherrscherin der menschlichenDinge der modernen Zeit, die öffentliche Meinung, Unrecht habenkönnte. Ein Paar von ihnen jedoch, die schon mit Missionärenzusammcngetroffcn, sagten einige erläuternde Worte, und jetzt wid-mete die Gruppe alle Aufmerksamkeit den Mittheilnngen, die nunfolgen sollten. Ehe Hetty wieder begann, erkundigte sie sich ernst-lich bei Hist, ob die Häuptlinge sie verstanden, und war mit einerausweichenden Antwort leicht zn befriedigen.