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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Erfüllung dieser Pflicht legte sie sich nieder und schickte sich zumSchlummer an. Die Kleidung des Mädchens, obwohl der Jahrs-zeit entsprechend, war für alle gewöhnliche Vorkommnisse warmgenug; aber der Wald ist immer kühl, und die Nächte in diesemhöher gelegenen Landstrich waren immer von einer Frische, welchedie Kleidung nothwendiger machte, als gewöhnlich der Fall ist indem Sommer eines tiefen BreitegradeS. Dies; war von Hettyvoransgesehen worden, und sie hatte einen groben, schweren Man-tel mitgenommen, der, ans den Körper gebreitet, alle nützlichenDienste eines Teppichs leistete. So geschützt, sank sie in wenigenMinuten in einen Schlaf, so ruhig, als würde sie bewacht vondem sorglichen Schnygeist der Mutter, die erst so kurz ans immervon ihr genommen worden war, und cs war in diesem Punkt einhöchst ergreifender Kontrast zwischen ihrem armen Lager und demvon Schlummer geflohenen Kissen ihrer Schwester.

Stunde auf Stunde verstrich da in so ungestörter Ruhe, undso süßem Schlaf, als ob eigens damit beauftragte Engel um daSLager der Hetty Hutter wachten. Nicht einmal öffneten sich ihresanften Angen, bis die grauende Dämmerung kämpfend durch dieWipfel der Bäume brach, ans ihre Augenlider fiel, und vereintmit der Kühle eines Sommermorgens, die gewöhnliche Anmahnungzum Erwachen gab. In der Regel war Hetty ans, ehe die Strahlender Sonne die Gipfel der Berge berührten; aber dießmal warihre Erschöpfung so groß, nnd ihr Schlaf so tief gewesen, daßdie gewohnten Aufforderungen nnd Zeichen ihre Wirkung nichtthaten. Das Mädchen murmelte in ihrem Schlaf, streckte einenArm aus, lächelte so sanft wie ein Kind in der Wiege, schlummerteaber fort. Bei dieser unbewußten Bewegung fiel ihre Hand anseinen warmen Gegenstand, und in dem halbbewnßten Zustand,worin sie sich befand, brachte sie diesen Umstand mit ihrem gewohn-ten Leben in Verbindung. Im nächsten Augenblick ward sie derbvon der Seite angegriffen nnd gestoßen, wie wenn ein wühlendes