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„Dann was, Mädchen? Dies; ist ein bedenklicher Augenblick,und wo man die Wahrheit reden muß."
Judith empfand eine edelmüthige und weibliche Scheu, ihreSchwester zu verrathen, und sic zögerte, ehe sie fortfnhr. Abernoch einmal von Wildtödter dringend anfgcfordert, und selbst er-kennend die Gefahren alle, welchen die Gesellschaft durch Hctty'sUnklugheit ausgesetzt wurde, konnte sie nicht länger an sich halten.
„Dann furchte ich auch, die arme schwachsinnige Hetty hatnicht recht die Eitelkeit, die Narrheit und die Tollheit zu sehenvermocht, die hinter dem schönen Gesicht und der stattlichen GestaltHnrry Harry's liegen. Sie spricht im Schlaf von ihm, und ver-räth manchmal ihre Neigung auch in ihren wachen Augenblicken."
„Ihr meint, Judith, Eure Schwester gehe jetzt mit irgendeinem tollen Plane um, ihrem Vater und Hnrry zu dienen, deraller Wahrscheinlichkeit nach die Gewänne, die Mingo's, i» de»Besitz eines Canoe setzen wird!"
„So wird es sich, furchte ich, verhalten, Wildtödter. Diearme Hetty hat schwerlich Schlauheit genug, einen Wilden zuüberlisten."
Die ganze Zeit her war das Canoe, Hetty in aufrechter Stel-lung am einen Ende desselben stehend, dämmernd sichtbar gewesen,obgleich cs bei der raschen Bewegung der Arche mit jedem Augen-blicke weniger deutlich wurde. Es war offenbar keine Zeit zu ver-lieren, wenn es nicht ganz verschwinden sollte. Die Buchsen wur-den jetzt als überflüssig bei Seite gelegt; und dann ergriffen diebeiden Männer die Ruder und fingen an, das Vordcrtheil der Fähregegen das Canoe hin nmznwendcn. Judith, an den Dienst ge-wöhnt, eilte nach dem andern Ende der Arche und stellte sich anden Helm — wenn man so sagen konnte. Hetty erschrak beidiesen Vorkehrungen, die nicht ohne Geräusch getroffen werdenkonnten, und fuhr ans wie ein Vogel, der plötzlich durch dasHcrannahen einer nicht erwarteten Gefahr gescheucht wird.