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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Judith," sagte der junge Manu, sie anblickend mit einemLächeln und einem Ansdruck ernster Neugier, der trotz der wachsen-den Dunkelheit dem beobachtenden Blicke des Mädchens nichtentging,könnt Ihr es über's Herz bringen, Euch von Eurenschönen Sachen zn trennen, um Gefangene zu befreien, von de-nen freilich der Eine Euer eigener Vater, der Andere Euer ge-schworener Liebhaber und Freier ist?"

Die Röthe, die sich über das Antlitz des Mädchens ergoß,hatte ihren Grund theils in Verdruß und Unmnth, vielleicht abernoch mehr in einem edleren, neuen Gefühle, das, in Verbindungmit dem launenhaften Eigensinn ihres Geschmacks, sie binnen kurzerZeit empfindlicher für die gute Meinung des ihr jene Frage vor-legendcn Jünglings gemacht hatte, als sie gegen das Urtheil jedesAnder» war. Mit instinktartiger Raschheit die Anwandlung vonAergcr unterdrückend, antwortete sie mit einer Geradheit undWahrheit, welche ihre Schwester herbeizogen, um auch zuznhören,obgleich der stumpfe Geist Hctty's keineswegs die Bewegungeneines Herzens zn verstehen vermochte, das so verrätherisch, so un-zuverlässig und so ungestüm in seinen Gefühlen war, wie das derverwöhnten und vielgeschmeichelten Schönen.

Wildtödter," antwortete Judith nach einer augenblicklichenPanse,ich will ehrlich sein gegen Euch. Ich gestehe, es mareine Zeit, wo das, was Ihr schöne Sachen nennt, mir das Liebsteauf Erden war; aber ich fange an, anders zn denke» und znfühlen. Obgleich Hnrry Harry mir Nichts ist, Nichts werdenkann, würde ich doch Alles, was ich besitze, hingeben, ihn frei zumachen. Wenn ich dieß thätc für den tobenden, tollen, geschwätzigenHnrry, der nichts Empfehlendes hat als sein gutes Aussehen,könnt Ihr darnach schließen, was ich für meinen Vater thäte."

Das klingt gut, und ist gemäß eines Weibes Gaben. Ach jafreilich! dasselbe Gefühl findet sich auch wohl bei den jungenWeibern der Delawarcn. Ich habe sie oft und viel ihre Eitelkeit