182
wußte, daß er es sein müsse, durch die Falkenfedcr über dem linkenOhr, denn die meisten andern Krieger tragen sie an der Kriegslocke."
Nachdem Wildtödtcr so gesprochen, lackte er herzlich, mehransgcregt vielleicht durch die Freude, seinen Freund unter so drohen-den Umständen nun doch wohlbehalten an seine Seite bekommenzu haben, als durch irgend einen Einfall, der etwa zufällig ihmdurch den Sin» fuhr; und dieser Ansbruch seiner Empfindungenwar etwas auffallend dadurch, daß er von gar keinem Geräuschbegleitet war. Obgleich Chingachgook das Englische verstand undsprach, mochte er doch seine Gedanken nicht in dieser Sprache mit-theilen, wie die meisten Indianer; und nachdem er Judiths herz-liches Händeschütteln und Hetty's sanftere Begrüßung in der höf-lichen Weise ausgenommen, wie es einem Häuptling geziemte,wandte er sich weg, offenbar um den Augenblick zu erwarten,wo cs seinem Freund belieben möchte, ihm seine weiteren Absich-ten auseinander zu sehen, und ihm zu erzählen, was seit ihrerTrennung sich begeben hatte. Der Andere verstand seine» Wunsch,und offenbarte seine Denk- und Schlnßwcise in der Sache durchseine Anrede an die Mädchen.
„Dieser Wind wird bald sich ganz legen, nachdem die Sonneunter ist," sagte er, „und es ist nicht nöthig dagegen zu rudern.In etwa einer halben Stunde wird völlige Windstille sein, oderder Wind wird von der Südküstc her wehen, wo wir dann unser»Rückweg zum Kastell antreten wollen; mittlerweile wollen derDelaware und ich über allerlei Sachen uns besprechen, und Jedernach den Begriffen des Andern seine Ansicht berichtigen über dasVerfahren, das wir cinznschlagcn haben."
Niemand widersprach diesem Vorschlag, und die Mädchen ent-fernten sich in die Kajüte, unu die Abendmahlzeit zu beschicken,während die beiden jungen Männer sich auf dem Vordertheil desFahrzeugs setzten und ein Gespräch begannen. Die Unterredungward in der Sprache der Delaware» geführt. Da jedoch dieser