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genug darin, über Ströme in dieser Art zu sehen, daß man sichersein konnte, sie würden einen Floß bauen, falls sie es gerathenfänden, sich den Gefahren eines Angriffs bloßznstellen. Der Todihres Kriegers konnte ein hinreichender Sporn, jedoch auch eineWarnung sein; Wildtödter aber hielt es für mehr als nur mög-lich, daß die nächste Nacht die Dinge, und zwar eben in solcherWeise, zur Entscheidung bringen würde. Diese Ahnung ließ ihndie Anwesenheit und den Beistand seines Mohikanischen Freundessehulichst wünschen, und war der Grund, daß er der Stunde desSonnenuntergangs mit steigendem Verlangen entgegensah.
Als der Tag vorrückte, brachte die Gesellschaft im Kastell ihrePlaue zur Reife, und traf ihre Vorkehrungen. Judith war sehrthätig, und schien Freude daran zu finden, ihrem neuen Bekann-ten mit Rath und Auskunft an die Hand zu gehen; denn seineGleichgültigkeit gegen Gefahr, seine männliche Hingebung für sieund ihre Schwester, sein redliches Wesen und seine innige Treu-herzigkeit hatten schnell ihre Einbildungskraft und ihr Gemüth ge-wonnen. Obgleich die Stunden in gewisser Hinsicht Wildtödternlang vorkamen, fand sie doch Judith nicht so, und als die Sonnesich gegen die tannenbekleideten Spitzen der westlichen Berge zusenke» begann, äußerte sie unverholen die Ueberraschung, die sieempfand, den Tag so bald zu Ende gehen zu sehen. Hetty dage-gen war trübnachdenklich und schweigsam. Sie war nie sehr red-selig, oder wenn sie gelegentlich mitthcilsam wurde, so war dießnur die Folge einer vorübergehenden Aufregung, welche ihr arg-loses Gemüth in Spannung und Bewegung setzte; aber an diesemhochwichtige» Tage schien sie ganze Stunden laug den Gebrauchder Zunge gänzlich verloren zu haben. Besorgniß wegen ihresVaters drückte sich im Wesen der beiden Töchter nicht auffallend aus.Keine schien ernstlich ein größeres Unheil zu befürchten, als Ge-fangenschaft, und ein- oder zweimal ließ Hetty, wenn sie sprach,die Erwartung dur'chblicken, Hutter werde Mittel finden, sich selbst