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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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bewähren, wie er ein geschickter Wildpretschütz ist. Aber nicht alleMänner sind gleich, Kind, und es braucht Zeit, das weiß ich ansErfahrung, einem Mann ein achtes Wildnißherz zu geben."

Hab' ich schon ein Wildnißherz, Vater und Hnrry istsein Herz ei» achtes Wildnißherz?"

Dn machst manchmal sonderbare Fragen, Hetty! Dein Herzist gut, Kind, nnd geeigneter für die Ansiedelungen als für dieWälder, während dein Verstand geeigneter ist für die Wälder alsfür die Ansiedelungen."

Warum hat Judith mehr Verstand als ich, Vater?"

Der Himmel steh' dir bei, Kind! das ist mebr, als ich be-antworten kann. Gott gibt Verstand nnd Aussehen nnd all' dieseDinge; nnd er tbeilt sie aus, wie es ihm gut dünkt. Wünschestdu dir mehr Verstand?"

Nein, das Wenige, was ich habe, macht mir Unruhe, dennwenn ich am ärgste» denke, fühle ich mich am unglücklichsten.Ich glaube nicht, daß das Denken gut ist für mich, aber ichwünschte, ich wäre so schön wie Judith."

Warum das, armes Kind? Deiner Schwester Schönheit kannihr auch Unruhe machen, wie einst ihrer armen Mutter. Es istkein Vortheil, Hetty, i» irgend Etwas so ausgezeichnet zu sein,daß man ein Gegenstand des Neids, oder vor Andern aufgesuchtwird."

Mutter war gut, wenn sie schön war," versetzte das Mäd-chen, nnd die Thränen schoßen il,r in die Angen, wie gewöhnlichgeschah, wenn sie der Verstorbenen gedachte.

Der alte Hutter war, wenn auch nicht eben so ergriffen, dochnachdenklich und stumm bei dieser Erinnerung an sein Weib. Errauchte fort, ohne daß er eine Geneigtheit zeigte, zu antworten,bis seine schwachsinnige Tochter ihre Bemerkung in einer Artwiederholte, welche verrieth, daß sie ein Unbehagen fühlte, ermöchte geneigt sein, ihre Behauptung zu läugnen. Dann klopfte