Briefe
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doch lieber Bruder! Nun waren Petrus undJakobuS jahrelang in Jerusalem zusammen, stan-den Einem Geschäft vor, hatten also mehr EineRichtung genommen, als zwcen andre — warumsoll Jakobus nicht äußern, was Petrus offenbaräußert? —
Und wie thuts Jakobus? Als die bestimmteRedlichkeit und Bescheidenheit selbst *). Er nenntkeinen: beugt bloß einem Mißverstände und Miß-brauch vor, der doch gewiß, wenn auch über Worteeines Engels vom Himmel entstanden, der schäd-lichste Mißbrauch gewesen wäre: thuts ohne Neid,durch Beispiel, Sache, Grund, scharfe Bestim-mung des Falles — tritt dann demüthig ab**):„Lieben Brüder! Lehrer zu seyn ist eine schwere„Sache! auch der Beste kann fehlen oder mißver-„standen werden! und als Lehrer sollte doch das„keiner! Und wir fehlen alle doch mannigfaltig —„ich, Paulus, Petrus und wer es sey" — wahr-lich eine thätige Probe der Weisheit, die JakobuSin eben dem Briefe für die Einige erkennet! Solltesolch ein Widersprechen oder Vorbeugen nicht erlaubtseyn: so wüßte ich nicht, welche Rede cs wäre?Der Brief Jakobi ist der vorsichtigste, den vielleichteine menschliche Feder schrieb!
Lieb und lehrend sey uns auch dieser Zwist bei-der Männer. Er war kein Zwist, als im Auge
ihrer
*) Gal. il,.**) K. 3, r.