zw eener Brüder Jesu. s3i
neS Werks seyn mußte, kam seine Mutter in»Band der Ehe:*) er unter das Joch seiner Eltern.So ward er erzogen, war seinen Eltern unterthan **),nahm wie andere Kinder zu, ward gehalten fürden Sohn Josephs — warum gehörten dazu nichtauch Brüder? Es war dem Gange Gottes im gan-zen Leben Jesu völlig ähnlich!
4. D-r in allem seinen Brüdern/ den Men-sche»/ gleich werden sollte/ auf daß er barm-herzig würde/ mitfühlen lernte und Theil näh-me am Loose der Menschheit***)/ er sollcs vonKind auf auch darinn seyn, daß er unter Brü-dern und Schwestern lebte. Welche durch nichtszu ersetzende Schule zu menschlichen Empfindungender Liebe, Verträglichkeit, Theilnehmung und Ge-duld! Ein stiller Schauplatz der nahen nnd dochunpartheilichen, schon schweren Liebe, der unvcr-rückttragenden, bessernden Nachsicht! Endlich eineProbe höherer Tugend, auch hier über Alles hin-weg zu seyn, wenn Gott ihn rief, Mutter undBrüder nicht zu kennen, sich von ihren bestgemein-ten Winken nicht Hinreißen zu lassen und zu thunden Willen des Vaters! Alles hat Jesus bewie-sen. Auch als Sohn seiner Mutter, auch alsBruder seiner Brüder war er im Folgen und Vcr-laugnen Muster.
5. Selbst daß seine leibliche Brüder Gelegen-
*) Matth, i, 20 - -5.
**) Luc. 1, 5». st. 3, »3.
***) Ebr. r, 17. st. 3, ib.