Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 8 (1828) Erläuterungen zum neuen Testament. Briefe zweener Brüder Jesu in unserm Kanon
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

23s

Briefe

heit wurden, baß man ihn verkannte, welch eineFügung der Vorsehung, die ihn in Allem unddurch Alles prüfte! *) Seine Brüder selbst ihm fernund fremde: von ihnen selbst versucht, beneideter überwand aber und gieng hindurch, bis die Vor-sehung ihm zum Lohne auch über diese Brüder et-was anders fügte. In Allem der ausdaurende,nur durch Absterben überwindende Jesus! eswäre gleichsam eine Lücke in seinem Leben, wennman ihm auch diese Umstande seiner häuslichen stil-len Größe und Tugend raubte!

Und was setzt man nun, wenn man sie ge-raubt hat, dagegen? Wahrlich nicht viel! dazulauter Verwirrung, Widerspruch und Ungrund.

i.Die Brüder Jesu könnten auch wohlSchwcsterkindcr zu ihm gewesen seyn!" warumwären sie's gewesen? Sie heißen schlechthin BrüderJesu, Söhne seiner Mutter Maria und Josephs,in solcher Verbindung steht ihr Name**). Eswird Jesu ein Vorwurf, daß er Brüder habe: erverläugnet sie, wie seine Mutter, und die wardoch seine Mutter, und nicht auch Nichte. SetztGeschwisterkinder, und alle vorangcführten Stellen

") Ebr. 5, i5.

*») S. b. v. ck.