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Religion und Theologie Theil 8 (1828) Erläuterungen zum neuen Testament. Briefe zweener Brüder Jesu in unserm Kanon
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Brief«

mucl geboren hatte. Hanna und Maria*) fühl,ten den Stolz ihrer Bestimmung, mit dem Segenihres Schooßes noch auf ferne Geschlechter zu wir-ken: hie Denkart war, eben des Messias wegen,der aus diesem Volk geboren werden sollte, von denältesten Zeiten her in diese Nation verbreitet. Wennnun Maria, nach Landessitte der Verlobung, ebennoch in der ersten aufblühenden Morgenröthe ihrerJugend war, da sic Joseph zugeführt und vorhermit Jesu, wie die Rose mit den ersten Thautro-pfen vom Fittig der Morgenröthe prangen sollte:welche Aussicht für sie und ihren Verlobtennachher eine lange Reihe kinderloser Jahre! Eindürrer Baum ohne Acste, Blatter und Früchteweder Maria, noch Joseph, noch ihr Geschlechtund Volk konnten das Ehrwürdige in dem Baumfühlen. War Maria die Holdselige, Geliebte Got-tes, und wollt' er sie noch ferner also und in denAugen ihrer Nation also bezeichnen: so gab er ihrKinder.

2 . Jesu war der Segen seiner Mutter nichtsminder als Vorwurf; vielmehr wars ihm der Fluchder Unfruchtbarkeit derselben gewesen> wovonwir aber unter allen Vorwürfen seiner Feinde nichtsund gerade das Gegentheil finden.

3. Noch minder wars der Weg der VorsehungGottes, ihn also zu unterscheiden; durch Nichtsunterschied sie ihn also. Kaum daß er als dasHeilige empfangen war, wie's zum Entwurf sei-

*) r Sam. r, r-io. Luc. i, H6.