zweener Brüder Jesu.' 22g
Ehe nicht getrennet, daß, wenn sie sonder Jo-sephs Berührung die heilige Frucht geboren hatte,sie sein Weib scyn dürfte und sollte. Eben alsodie vorigen, Jacob, Joses, Simon, Judas,nebst Töchtern, waren Früchte dieser vom En-gel bestätigten Ehe Josephs und Maria, die je-dermann in Nazareth kennet, von denen dieEvangelisten als von jeder andern Familie re-den. —
Wenn von jedem andern, als Jesu, die Redewäre, würde man sich nicht schämen, ein Wortmehr gegen und über so klare Zeugnisse zu verlie-ren? —
Und warum müssen sie nun von Jesu verlohrcnwerden? Waren die Evangelisten, die das alle ohneRückhalt erzählen, nicht so sorgfältige Verehrer vonihm, als Wir? War der Engel, der die Ehe Jo-sephs erlaubte, ja im Namen Gottes befahl: warGott, der vor und bei der Geburt seines Sohneseben also Alles fügte, kein so scharfer Bcurlheilcrdes Anständigen als Wir ? Aber freilich weder Gott,noch Engel; noch Evangelisten waren — Mönche-
r. Jsts ein ganz falscher, fremder Begriff,daß eine dürre kinderlose Ehe den Juden eine hei-lige Ehe gewesen;, eben eine verachtete, verfluchteEhe war sie. Selbst der Lobgesang der MutterJesu war den Worten einer Unfruchtbaren nachge-bildct, die jetzt mit Triumph suhlte, daß sie Sa-