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Erläuterungen
sichet, woher der Pharisäismus sein Werk und We-sen gehabt habe?
Reich Gottes , Himmelreich will ich nicht
mehr wiederholen; nur gleich bemerken, daß derName Gerechtigkeit z- E. des Himmelreichs, nichtwas Viele juristisch darunter verstehn, sondern Er-füllung des Gesetzes insonderheit durch Liebe,Barmherzigkeit, Gntthatigkeit bedeute. In denapokryphischcn Schriften, im Philo u. s. w. kommtdas Wort blos für AllmoseN, oder GMmiithigkeit,Reinherzigkeit vor. Selbst der Tempel der Chal--däcrreligion hieß nur Stätte der Gerechtigkeit*)d. i. der Ort- wo sie vollkommen erscheinen soll-ten , wie Ormuzd. Und auch dies Vollkommenwar keine metaphysische Tugend, wie wirs ausle-gen, sondern Güte des Herzens, Verzcihlichkeit,Ncinigkeit, Milde. Ein König sollte z. E. vollkom-mener , größer seyn, als alle sieben Geister dcSHimmels d. i. an Güte, Reinheit, Segen, Gottdem Urvater und Urkönige gleich. — Dies ist derBegriff der Bergpredigt Jesu, wie jeder in Ver-gleichung und im Zusammenhangs des Sinnes(Kap. 6 , 6 . ro. 23. 44 . 46 . 58. K. 6 , 1 . wo auchdie Lesart ist) finden kann. Selbst der Wcrkhcili-ge Begriff des Pharisäismus ist lange nicht so ju-ristisch, wie ihn die Mönchs - und Feudalzeiten,wo auf der GercchttrkeiMlllg vor Gericht Alles bc.
*)Derimher. Das Wort gerecht wird inZend-Avesta umschriebe», was nicht zu viel,nicht zu wenig ist.