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Religion und Theologie Theil 8 (1828) Erläuterungen zum neuen Testament. Briefe zweener Brüder Jesu in unserm Kanon
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Erläuterungen

graben. Die Völker sind, wie zerstreute Heerden:welcher Philoloph ist, der Rechenschaft gebe, wozusie da sind? wozu sie da gewesen? Des Abgrundesder Zukunft hinter uns zu geschweige» ! Wir stehenauf einer Felsklippe zwischen zwo Unabsehbaren Tie-fen und wollen uns der höchsten menschlichen Ver-nunft, des Sinnes aller Erfahrung zur Einsichtin die Bestimmung unseres Geschlechts rühmen!

3. Auch diese Vernunft, ist sie Nur durch die

Zeitsolge gebildet: so sieht man, alles, was dasmenschliche Geschlecht erzogen, gelehrt, fvrtgebrachthat, bildete auch sie. Ein Kind entwickelt seineVernunft nur durch Erziehung : alles also, wasdas Menschengeschlecht erzogen hat, dem ist dieVernunft, was sie geworden ist, schuldig, und eswäre Spiel, wenn wir Eins vom Andern abson-dern und Vernunft als ein selbstständiges Abstrak-tum bewachten wollten, wo sie nichts ist. Wohl- j

an! so ists auch Spiel, die Vernunft der Offen- !

barung entgegen zu setzen, und gegen sie als et-was Selbstständiges zu handeln.- So wenig Men-schengeschlecht ohne Schöpfung werden konnte: sowenig konnte es ohne göttliche Beihülfe fortdauren ^und ohne göttliche Erziehung wissen, was cs weiß. !

4 . Also wird man auch diese ganze Entwicke-lung nicht nach dem Ellenmaas der Zeilen undGegenden zu messen haben: denn wie viele Völkersind müssiq, dem Scheine nach von jeher müssiggewesen! Innig vielmehr, und aus der Erfahrungwirds zu berechnen seyn, WNS vor Zeiten UndVölker Gott zur Aufklärung und Förderung desMenschengeschlechts vorzüglich erwählet. Diese