von der Zukunft des Herrm 225
Lohnes , dem matten Wandrer, dem strebenden Ueber-winder soll kein Laut aus jener Welt, keine Stimmeder Aufmunterung, hinüber zu ringen, werden:Christus, der vorherging, soll entschlafen, soll ab-wesend seyn, ihm weder Krone noch Lohn zeigen— so lebe wohl, erstorbenes Christenthum: deinBaum und deine Wurzel sind verdorret! Du hastnichts als eine langvcrlebte, zum Mahrchcn gewordneGeschichte, keinen Christus, der bei dir ist, derzu dir spricht» keinen Geist seines ewiglebendigenWortes! —
Man hat gesagt, daß die Verhciffungen dieserBriefe jüdischfleischlichc Ideen enthalten; entwederich verstehe nichts oder es ist gerade das Gegentheildieser Sage. Der himmlische Hohepriester wandeltund dienet hier in keinem irdischen Tempel, nichtunter goldnen Leuchtern; sondern unter christlichenGemeinen, für deren Herz er dienet. Was sindihm hier die fleischlichen Juden, die sich so nennenund sinds nicht? die fleischlichen Apostel, die Bi-lcamsprophetcn und gnostische Aeoncnschöpfer, wassind sic ihm? Satans Schulen, Satans Höhlen!Ihr Werk Götzcnopfer, ihre Lehre Hurerei! Wiesollten nun die Kranze der andern Welt, die ervorhält, Belohnungen, die die geistigsten Tugenden,den schwersten Eifer wecken sollen; wie sollen sieFleischtöpfe Aegyptens oder kindisches Spielwerk derPhantasie seyn können? Labt denn den Matten, derum Christi willen litt und ausdauret, fabelhaftes,irdisches Manna? Stirbt man ruhig des Märtyrer-todes, wenn man vom weißen Stein und vomHerders Werke i. Rcl. u. Theel» VII. P