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I. Lieder der Liebe.
Laß deine Stimme mich hören,
Denn deine Stimme ist lieblich,
Denn deine Gestalt ist schön.
Daß dieß Stück mit dem vorigen nicht Zusammen-hänge, sichet ein jeder. Dort entschlief das Mäd-chen unter dem Apfelbaum, im Traume des Ge-liebten, der ihr ein Schlummerlied sang. Hier ister entfernt, lange entfernt gewesen: sie hat die
Regenzeit des Winters, wie ein eingcschlofsenesTäubchen in den Felsenrizen, zugebracht; jetzt er-weckt sie, nicht Frühling, nicht Lerche, sondernStimme des Geliebte»/ der fernher kommt undihr Frühling und Freude bringet.
Von ferne keimt sie seine Stimme und erists. Er hüpft/ er springt über die kleinenBerge / von denen Palästina voll ist, ei» hüpfen-der Hirsch / ein springendes Neh. Da steht erschon hinter der grünen Wand/ blickt durchsGeländer / blinkt/ wie eine ausbrechende Blume,durchs Gegitter / nun spricht er/ nun stngt er,horch! Alles, was Frühling und Liebe, Garten undMorgen geben kann, ist in dem Liede; der liebko-sende Ton des Originals aber ist unübersezbar.
Er ruft sein Täubchen aus der Felöhöhlcund lockt sie mit allem Reiz und Schmucke desFrühlings. Alles ist da, nur sie fehlt; auch dasTurteltäubcheit/ ihre Gespielin. Alles dufte,blühe, singe; nur ihre Stimme und schöne Ge-stalt fehlen.-Und sie läßt sic noch schweigen,
das Täubchen antwortet nicht. Es ist offenbar eineinzelnes abgebrochenes Slück, der erste FrÜhlittgS-hesuch der Liebe —