I. Lieder der Liebe.
S
Ein schüchternes Täubchen bringt den Brief, undbuhlt um ihn, aber nur als ihrer SchwesternBote. Unwillig drang sich ihr Seufzer vor; undsonst genießt sie ihn immer. Du und Er, Ich
und Wik wechseln: auch in der Ferne ist er ihrnahe, sie spricht mit ihm, wenn sie nur wünschet.
Die Stimme schweigt; es laßt sich gan; eineandere Horen:
Schwarz bin ich und doch lieblichIhr Töchter Jerusalem!
Wie der Kcdarenen Gezellt,
Wie die Decken Salomons.
Seht mich nichr an, daß ich schwärzlich bin:Mich brannte die Sonne.
Die Söhne meiner Mutter zürncten mir:
Sie satzten zur Wcinberghürerin mich.
Und meinen, meinen WeinbergHütet' ich nicht.
O sage mir,
Den meine Seele liebt:
Wo weidest du?
Wo lagerst duAm Mittag? —
Daß ich nicht, wie eine Verhüttete, gehAu Heerden deiner Gespielen.
„Und weiffest du das nicht,
Schönste der Weiber;
li. a.s Montesquieu in seinen heitres xsr-sanner hat ihn in den Briefe» der Weiber anUsbeck darstellen wollen. Hier ist er ganz anders.