M3 VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
.schaden. Wer offenbare Gotteslästerungen oder, wel-ches eben so viel ist, Lästerungen der gesunden Ver-nunft, Ehrbarkeit und Tugend entschuldigen will,entschuldige, ja preise sie sogar: dem Staate stchet'snicht nur frei, sondern er ist dazu gezwungen, seine.'Glieder dagegen zu schützen und zu verwahren, liebergew i ss e P u n k t e d e r G e su n d h ei t undGluck-se ligk ei k im Denken sind alle Men sehenEins: von ihnen muß sich die Regierung nicht ver-drängen lassen, oder sie geht selbst unter. Und dasum soviel mehr, da der Sgame solcher Znsecten schonFaulnjß zeigt, die darnach begierig ist und oftnicht anders als mit der Vewesimg des Ganzen en-digt. Ein Körper, aus dem der ordnende Geist weicht,in dem der Puls still steht und die Empfindung seinselbst aufhyret, ist unfehlbar der Rauh der Ver?wesung.
Lasset uns setzen, daß gotteslästerliche, üppige,schändliche Schriften in einem Staate erlaubt sind;auf w e n werden sie wirken? Auf niemand, alsdie schwachen, kranken, unbcwehrlen Theile desselben,und gerade da ist ihre Wirkung am meisten schäd-lich, Der gesetzte Mann, der denkende, ehrbare,arbeitsame Mitbürger wirst dergleichen Dinge verächt-lich weg, für ihn ist nichts zu besorgen. Aber dermüßige Weichling, das schwache Weib, der unerfah-rene Jüngling, ja vielleicht gar das unschuldige Kindliest sie; je feiner, schöner, einnehmender sie sind, umso mehr, um so lieber lesen sie solche, und eben durchdiese zarten Theile des. Staats wird am meisten ver-derbet. Ein vertändeltes, gottloses, unehrbares Weib,hie nun Gattin, nun Mutter wird, deren Leibes- undSeelensaft verdorben ist, und die nun andere erziehen.