auf die Regierung und umgekehrt. S67
heit das Ihrige beigetragen, diesen Punkt zu er,reichen —
In Deutschland daurct das sechszehente Jahr-hundert nach fort oder soll wenigstens noch fortdau-ern. Eine Trümmer dieser alten Verfassung nah-ret's Wissenschaften, die mit sich selbst und dieserVerfassung im sonderbarsten Gegensatz sind und sich,ihr ungeachtet, doch fortbreiten, forterben. Vielleichtwerden wir ersetzen, was wir im obgenannten Jahr-hunderte zu rasch thaten. Die letzten darinn, Wis-senschaft und Regierung auf einerlei Grund-sätze zu bauen und in Ein Werk zu einigen, werden
wir's vielleicht desto reifer vollenden-Angran-
zende Reiche und Provinzen gehen uns stark vor;wir sind aber vielleicht zu reich, um unfern Reichthumzu übersehen, zu nützen, zu ordnen.
6. Nach so vielen Beispielen der Geschichtelaßt uns allgemeine Summen ziehen und fra-gen: wie Wissenschaft auf die Regierungwirkt? Ich kann simpel antworten: durch sichselbst. Durch die Art, wie sie ist und imStaat ist, durch die Ideen, die sie verleihet,die Urtheile, die sie verbreitet, die Anwen-dung, in der sie stchet, insonderheit durch Erzie-hung, Umgang und tägliche Lebensweise-
Daß Alles, was sich Wissenschaft nennet, ohneAufsicht und Lenkung im Staate seyn soll und seyndarf; ich glaube, kein alter Gesetzgeber würde vondieser Freiheit Begriff haben. Unlaugbar ist's doch,daß es Mißbrauche der Wissenschaften giebt, diesich mit nichts als Frechheit, Ueppigkeit,Zu g e l l 0 si g keit beschönigen können und alsogewiß den Sitten oder der Denkart einer Gesellschaft
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