Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
383
Einzelbild herunterladen
 

auf die Regierung und umgekehrt»

383

fleischten einander aus betrogener Schwachheit oderteuflischer Blutgier. Religion und Wissenschaftenwaren daran unschuldig; und hinter allen Stürmen,nach manchem MartyrerthuM einzelner Negierungenund Lander gieng für's Ganze, zdas ist.unläugbar!)Wahrheit, Ordnung und Freiheit 'schönerhervor. Wo nicht positiv, so wenigstens verneinend;in erkämpfter WegräumuNg älter Boructhci-le und Fesseln der Gesetze, die keine Gesetze, derSitten, die keine Sitten waren.

5. 'Alles scheint in der Welt durch Extremezu gehen und zu werden : Man sprach so lange vonder Freiheit zu denken, bis man in's Jochzu handeln siel. Die Regenten sträubten sich gegenfremde Bande so stark, bis ihre Untcrthanengebunden wurden und sich in diesen der Triebzur Freiheit abermals regte. Mißbrauch derWissenschaften hat jenen Despotismus,Gebrauch und Mißbrauch derselben hatdiese Freiheitsliebe befördert; der Erfolg vonbeiden kann, aller GähtungcN ungeachtet, Nicht amders als gut seyn. Mich dünkt, dies ist die jetzigeLüge der Wissenschaften gegen die Re-gierung.

Den Meisten kultivieren Ländern Europa's istihre Form der Wissenschaften (zuM Theil auch denVerfassung,) im Jahrhundert der Reforma-tion, oder doch nach seinen Grundsätzen angebildetworden; in jedem Lande zu Folge seiner RegierungAuch Länder, die bei der alten Religion blieben, such-ten sich selbstwirkend zu machen in ihren Grenzen:für eigentliche Demokratie war, nach gestilltem Bau-ernkriege, nirgend Mehr Raum. Man ließ Aristo-

- -raM -/"SM-/