38o. V1I„ Vom Einfluß der Wissenschaften
sich selbst auch das Gegengift der Krankheit hiel-ten, denn die Wissenschaft an sich selbst ist gut, istlöblich — Es war Ein und dasselbe Eoncilium, dasfür die Wissenschaften gute Gesetze und für den Or-den der Tempelherren Scheiterhaufen beschloß; javielleicht brauchten Papst und König, die beides be-schlossen, die Güter der Verbannten» um, wie ihreIleppigkeit, so auch die Künste, zu verpflegen —Schreckliche Schandkhat, die der besten Sache nichtsGutes bringen konnte! Wenn indeß die Sitten auchnur als Vorwand des Gräuels und die Wissen-schaften auch nur als Beschönigung des-selben angegeben wurden: so sieht man, sie muß-ten an sich etwas Gutes seyn » aus ihnen mußtewirklich Gutes kommen, weil sie selbst solcheFrevelrhaten beschönigen sollten. Atheisterei, wenn sieaus bloßer Grobheit entsprang und keine Gründehatte, konnte auch durch keine Gründe widerlegt wer-den ; sobald sic sich in eine falsche Philoso-phie hüllte, stand sie doch einer wahrer» Phi-los ophic, sie abzuleiten und zu verbessern, bloß.Sobald erst einige, auch nur falsche Politikward, mußte mit der Zeit immer eine bessere ausihr und selbst durch sie veranlasset werden. Ein glei»chcs ist mit den schlecht zusammengerafften Gese-tzen dieser Zeiten und einer bessern Gesetzgebung.
Freilich wäre es zu wünschen, daß die Wissen-schaften bei ihrer Wiederkunft in die Abendländereine bessere Zeit, bessere Regenten undVerfassungen gefunden hatten, die sie anwand-ten, denen sie dienten. Wenn Machiavell Sekretaireines Lykurgus und Numa,. statt eines Borgia ge-wesen wäre; ?r hatte seinen Prinzen nicht also ge-