auf die Regierung und umgekehrt. A75
„was auch die Wissenschaften an ihm gebildet:"dem Staat feindlich finden? Wer in der Welt wünsch-te nicht, daß alle Regenten solche Titus, Trajaneund Marc-Aurele waren? Auch in Athen htzt's,selbst in den verderbtesten Zeiten des Staats, nochimmer edle und reine Liebhaber der Wissenschaften,selbst der mißbrauchtcsten Wissenschaften, gegeben;die Flamme brannte um so lichter, wo sie inder unreinen Finsterniß einen reinen Docht fand.Lebte Sokrates nicht zur Zeit der Tyrannen und So-phisten? seine Schüler lebten noch naher dem Ab-hange des Staats und endlich, der gerechteste und be-redteste Mann, Phocion und Demosthenes begrubensich mit ihm —
So sehe ich auch die stoische Philosophiean, die. in den spatern Zeiten Roms so geliebt ward;sie dünkt mich ein unglücklicher, doch ver-zeihlicher Trost gegen das Tyrannen-übel.. Freilich ist's ein Zeichen, daß der Menschnichts Besseres mehr zu thun weiß, wenn er sich hin-setzt, zu sterben. Brutus wählte lieber des TyrannenTod, als seinen, so lang' er dachte, daß Roms Frei-heit noch zu erwecken war.. Da an dieser zuletzt allesverzweifelte, da kam, statt der epikurischen Philosophiein den beglückter« Zeiten,, der leidige Skoicismus mitgebundenen Händen und Füßen, unglückliche Men-schen dadurch zu trösten, daß Schmerz kein Schmerz,das U.ebel. kein liehet sey— Ein wahrer kalter Brand derFreiheit, sowohl, in Wissenschaften, als in der Regierung.
4. Als die Barbaren Europa über-schwemmt und ve r d u n k e l t hatt en, w a r'snichts, als Wissenschaft, die dem gan-ze n u n r u h i g e n M e e r e Licht und Stille