VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
Atben. Vellcjus schmeichelt einem Scjan, sogar Duin-tilian erdebt einen Domitian zum Himmel — wo warda Roms »npartdeissche Geschichte? Auch schlechteKaiser bekamen Lobreden: wo war da die strengeRedekunst Eato's? Sopbisten schmeichelten, der Se-nat kroch, die Wahrheit schwieg, oder ward gelobtet,die Dichtkunst crgieng sich an Epigrammen und un-züchtigen Versen. --- Indessen, wie dem auch sey, ichmuß es wiederholen, daß es nicht an der Wis-senschaft, sondern an der Zeit und amMißbrauch lag. Der unzüchtige Eatul hat auchherrliche Stücke gedichtet, und hatte lauter solche dich-ten können, Lucan. und Sallust schrieben edel undlebten schlecht; es gehörte nicht zu ihrer edely Schreib-art, daß sie also lebten. Gegen Schmeichler und Epi-grammatisten gab es auch tugendhafte - Pcrsius und,kühne Juvenyle, seihst die Laster der Großen zu gei-ßeln, und sobald ein Augenblick Freiheit kam, stand,her volle, gedrängte Tacitus dy, die Sitten der Ty-rannen zu schildern, Die Wissenschaften suhlen esalso selbst am empfindlichsten, wenn sie gemißbremchtwerden oder unwirksam bleiben; ihreNytur ist's, wiealler Elemente, zum Nutzen zu dienen und nicht zürnVerderben, Die besten Kaiser waren auch,'Freund oder Wissen sch asten und des gueten Geschmacks in denselben; Titus undNervch. Tryjan und Antonin, Myrc - Aurel und Ale-xander Severus. Dur Genius der Wissenschaften muß,'dem Staate gewiß kein feindlicher Genius seyn, da,er über den zartesten Liebhabern, desselben als ihrLiebhaber schwebte. Wer in aller Welt wird TitusLiebe gegen den Jvsephus, und Trajans Achtung fürWnius und Mark-Aurels dankbare Betrachtungen: