35 2 VÜ. Vom Einfluß der Wissenschaften
Zeiten einzuschränken, dem Staat wo nicht wiederdie Freyheit, so doch eine feste, gesetzmäßige M o-narchie zu geben: so kann er sich wieder erho-
ben und Früchte anderer Art bringen. Wonicht, und blerbt er schwankend, ohne Scheidewandzwischen Gesetz und Willkühr, so geht alles (einigeschone Ausnahmen der Willkühr bei Seile gestellt)verloren, wie die Geschichte Roms zeiget. Die Lastwar zu groß, als daß sie sich ordnen; der Staatwar zu mächtig, als daß ihn ein Anderer, ein Frem-der vorm Fall bewahren konnte; es blieb nichtsanders, als daß Barbaren, denen die Schwachen ge-zeigt waren, ihn und die Wissenschaft in ihm,, dasnichtige Spinnengewebc, zerstörten. >— Eine Mo-narchie auf christlichen Despotismusgegründet, ist ein schwaches Ding, in ewigem Wi-derspruche mit sich selbst und seinen Wissenschaften,wie die Geschichte Konstanrinopels z-ciget. Das Chri-stcnrbum will keinen Despotismus, und Pfaffen- undWeibergeschwatz kann keine Kräfte verleihen, auSzu-richten, was es will; also bleibt Staat und Wis-senschaft in Schwachheit, Gezänk und Abstraktionliegen. Die barbarische Leh nsmo narch iewar ein schwaches Wesen für sich und die Kenntnisse»die sie nährte. Nur für den Krieg erfunden, muß siein ewigen Zügen, in beständiger Wirksamkeit seyn,oder sie wird Unruh und zernichtet sich selbst. Wis-senschaften hat sie gar nicht in sich; der geistlicheStand ward zwischengeschoben, dies Hülfsmittel zuvertreten. Aus Monarchien dieser Art entstand Des-potismus oder Freikeir-, nachdem die Würfel desSchicksals fielen; aber auch der Despotismus riebsich ab und mußte , gleichsam wider seinen Willen,
M o n a r-