344 VH- Vom Einfluß der Wissenschaften
nes Regenten ist, in jedem Stande, in jeder Wis-senschaft den Werth zu entdecken, der injhnen liegt, und sie zu diesem Werthe, mit wohl-thätiger Hand gleichsam zu zwingen; genau dieZugänge zu bewachen, wie Wissenschaft Belohnungsucht und sie auf den Platz im Staate zu führen,wo Wirksamkeit ihre schönste Beloh-nung ist, und wo ihr Gutes sich auf alle benach-barte Stande fortbreitet. So werden Kräfte geweckt,so werden Wissenschaften und Gaben auf's neue ge-würdet. Träjan und Gustav Adolph waren nichtgekehrt : sie trugen aber zur Aufnahme wahrer Wis-
senschaft mehr bei, als vielleicht Hadrian und Chri-stine: sie wußten sie anzuwenden, zu schätzen, zugebrauchen.
5 . Groß ist der Einfluß, den dergleichen An-wendung auf die Wissenschaften hat, mcht nur ansich, sondern auch als Vorbild anderer betrach-tet. Der Literatur eines ganzen Landes ist's Ehreund Freude, wenn ihre Lieblinge geehrt, gebraucht,geschäftig sind: sie sind die Aufmunterung der
Jünglinge, ihre thätige Beihülfe und treiben jungeKnospen hervor. Alle gvldns Zeitalter der Wissen-schaften beweisend, daß in ihnen nichts so wirkendund hinreißend war, als das Beispiel, und daslauteste Beispiel giebt immer die RegierungWenn in jedem Stande nur einige geschickte Män-ner am Werk stnd, so wecken, so bilden sie bald ih-res gleichen: unvermerkt wird Unwissenheit und Fin-sterniß in den Winkel verdrungen und muß knirschenund sich schämen. Jede Wissenschaft, wennste nur von einigen Beispielest würdig behandelt ward,