Druckschrift 
Zur Philosophie und Geschichte Theil 7 (1820) Postscenien zur Geschichte der Menschheit
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

auf die Regierung und umgekehrt. 241

Staaten, so daß man sie und die öffentliche Bildunggewissermaßen einen Spiegel von jener nenne»kann in Mangeln und Fehlern. In Landern , wokeine Religion gilt, wird sie auch in Schulen nichtgelten: wo Altfranken am Ruder des Staats sind,

werden auch Altfranken lehren. Einem VernünftigenRegenten kann's gewiß nicht gleichgültig scyn, wel-che Wissenschaften und wie sie auf Schulen ge-lehrt w-erdcn? welche ersten Eindrücke sein künf«tiger Bürger und Unterthan bekommt? mit welchenJünglingen die Aemter seines Staats besetzt werden?Alle bessere Bildung fangt hier von Jugend auf an>im Stillen, im Kleinem

4 Die Erziehung dauert durch's ganze Leben«nd das wirksamste Mittel, wie der Staat auf Wis-senschaften wirkt, ist ihre öffentliche Anwendungund Uebung. Jeder Kunst ist's die schönste Be-lohnung, wenn ihr ein Kreis der Uebung. wird, indem sie sich als Kraft fühlen darf und strebet;, ein«müffige Kraft drückt nur, ein unnützes Korn vermo-dert. Dies war das große Mittel, wodurch,, nebstder Erziehung, Griechen und Römer wirkten;, dieWissenschaften wurden ihnen lebendige Pflanzen, bür-gerliche Kräfte. Benimmt eine Negiecungsform ih-nen dies, den Kreis ihrer Anwendung, ihres wahrenLebens,, sperret sie sie, in unfruchtbare Wüsten odermacht sie zum Schemel der Unwissenheit aller Stan-de ; so sind sie, wenn ihre Natur Anwendung will,verdorben. Nun kann freilich jede Regierung nichtAlle gleich brauchen; die sie aber brauchen kann,brauche sie recht und lasse andere andern Negierun-gen und Zeiten. Ein Staat, der gegen alle Wissen-

-