333 VII. -Vom Einfluß der Wissenschaften
'rung seyn, die den Strom einer gerechten und schö-nen Bildung dahin leitet.
Oft waren Reisen, zumal veranlasset von derRegierung oder von Staatsmännern und Philo-sophen selbst angestellt, das Mittel der Ver-pflanzung der Wissenschaften aus G e -gend in Gegend. In Griechenland reiseten diePhilosophen Und Gesetzgeber selbst : Lykurgus, So-len, Pythagoras, Plato. Mit ReiseN sieng sich dieAufklärung Europa's an, insonderheit waten Wall-fahrten, Krcuzzüge, Seeabenthcuer dergleichen. VieleSagen der NormänNer, die meisten Aabcln und herr-schenden Gedichte, zuletzt hellere Nachrichten undMey-nungen von fremden Völkern kamen daher, Diedamalige Art des Handels war persönlicher, die Be-kanntschaften förmlicher und enger. Die Jahrhun-derte der NegociationeN kamen (so viel ihrer be-kannt sind, eine bündige Quelle der Geschichte!) end-lich kam die Zeit der wirklichen gelehrten Rei-sen. Ludwig XIV. sandte solche zum Nutzen derWissenschaften und zum Ruhme seines Reiches aus;andere sind ihm gefolget. Die Reisen Toumeforts,Vaillants, Eassini; die spätem Reisen der Akade-mismen für Astronomie und die Gestalt der Erde, dieReisen der russischen Missionarien nach SiberieN fürNaturlehre und Geschichte der Länder, die Neuestenenglischen Reisen zu Entdeckung des Meers und neu-er Länder, sind ansehnliche Mittel der Negierungenzu Erweiterung der Wissenschaften und Kenntnisseunserer Erde. Europa hat jetzt einen Vorzug vorallen Zeiten, daß cs die Länder der Welt durch Machtund Schifffahrt bindet, Mithin Gelegenheit hat, auchNach Kenntnissen zu reichen, wohin es will. Engtäu-