auf die Regierung und umgekehrt. 333
schied, frem de Wissenschaften nicht einzulasscn, unddie schon im Staat sind, wohl zu regieren.Diese sind einmal da, sie sind Triebfedern, Mittelzu Gutem oder zum Bösen. Schläft da das Augeder Regierung und nimmt zum Grundsatz: „daßnur nichts anders werde! daß alles, wie es ist,bleibe!" (und meistens ist dies der löbliche Grund-satz)! so ist das nicht Weisheit, sondern Schlaf,nicht Ruhe, sondern Grausamkeit und Schwachheit.Einmal ist's gewiß, daß nichts in der Welt, wases ist, bleibe. Es nutzt sich immer ab: seine Ban-de und Triebfedern werden schlaff und matt, und wennnicht nachgesehen, nackgcholftn wird: so stehet unvermu-thet das schönste Werk, zumal von vielfacher Eompo-sition, still. Gewiß ist dies der Fall mit den Wis-senschaften im Staat, in Verhältnis zu sei-nem Auskommen oder Sinken. Die Waage ist hierso fein, die Grade des Verhältnisses so mancherleiund vielfach, daß gewiß kein schläfriger Censor oderstolzdummer und dummstolzer Inquisitor zur Ent-scheidung gehöret. Und immer dünkt mich's, ebendieser Verflochtenheit und der Schwachheit menschli-cher Entscheidung wegen, besser, frei als sklavisch,mild als enge und grausam zu seyn, zumal, wo esdie äußersten Bedürfnisse des Staats gar nicht be-rührt. Jener König von Frankreich ist lächerlich,der in der mittleren Zeit zwischen den Nominalienund Realien der Scholastik, zwischen cjuis(q»i8 undLäsAis entscheidet» wollte, und dazu Isttrss clscaulret brauchte. Der Papst ist lächerlich, der denBischof Vegelius in den Bann that, weil er Ge-genfüßler annahm. Das Gericht zu Rom ist un-vernünftig und grausam, das den Galilai in's