33c> VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
kann nur durch Erleuchtung werden, ohne Kopfund Hirn regt sich weder Hand noch Fuß.
Ich bin ferne davon, eine zügellose Frech-heit oder Gleichgültigkeit der Gedankenzu empfehlen, insonderheit, wo sie offenbar die Rä-der des Staats inne hält, sein Principium un-wirksam macht, und also gerade seine Zwecke undGlückseligkeit störet. Wohlseyn gehet dem Men-schen über Spekulation, das Wohlseyn vieler überdie Spekulationsglückseligkeit Eines. Ich. glaubealso, es sey dem Staat freigelassen, ja nothwendig,gewisse Wissenschaften, so wie Ergötzlichkejten undBeschäftigungen gerade nuszuschließen, wenner sie mit seinem Principium der Wirksamkeit nichtbinden zu können sich getrauet. Alles darf nichtüberall wachsen. So wie es selbst nicht allenthalbenstehen will, so hat auch der Gärtner Freiheit, esNicht überall stehen zu lassen, wo es sich hindrängt:Kur durch diese Einschränkung und Ausschließungwird Richtigkeit, Zweck, Ordnung, Schönheit undNutzen, d. i. Feld und Garten. Wer Unkraut un-gestört wachsen lassen will, weil es zuweilen schönaussiehct und doch auch in seiner Art gut ist, derdarf nicht säen und erndten. Durch Ausschließungder Uebel singen alle alte Gesetzgeber an, auf dasGute zu wirken. Moses verbot seinem Volk dieAbgötterei; die Bildnerei mußte er also mit un-tersagen und alle schöne Künste der Götterfeste. Wiestrenge war Lykurg! nur durch Ausschließung derUeppigkeit wie in Wissenschaften, so inSitten, gelang es ihm, sein Volk auf den Mittel-punkt seiner Starke, spartanische Tugend und Va-