3i6 VII. Vom Einfluß der Wissenschaften
band alle Regierungen an Eine Kette, trieb sie inein Gefolge des Wetteifers, wie vuler andern Sa-chen, fo auch der Wissenschaften und Künste. Auchin die dunkelsten Winkel Europa's kamen Lichtstrah-len ; der Wetteifer ward allgemein. Das schönstebei der Sache ist, daß cs viele Fürsten gab, dienicht als satte Ä.'acenaten, sondern als Liebhaberund Hausbalter ihres Reichs die Sache trieben. Eswar nicht dummer Stolz, sondern wahre Bewunde-rung, oder gar Kenntniß und Gefühl des Nutzens,der Wahrheit, die sie zu Liebhabern machten —
Es ist nicht zu laugnen, daß auch aus dieserZeit manches sich überlebt habe, und jetzt als leeresGerüst da stehe. Wenn Maximilian I. alle Reichs-fürsten antricb, Universitäten anzulegcn; so würdeer ihnen jetzt viellucht rachen, sie zu vermindern,sie in gute Schulen und Seminarien dermancherlei Klassen von Menschen und Wissenschaf-ten zu verwandeln. Wenn damals zu Vertreibungder Unwissenheit, zu Ausbreitung besserer Kenntnisseund Mcynungen das viele Reden, das täglichePredigen über dieselbe Sache, dieselbe Materien,auf Eine und dieselbe Weift gut und nötbig war;so würden dieselbe Reformatoren von Fürsten, Städ-ten und Standen, wenn sie jetzt lebten, es gewißseltner anordnen und dafür den geistlichen oder Lchr-stand mehr mit Sch ulen-Aufsicht, prak-tischer Unterweisung und bestimmtenNutzbarkeit für Menschen und mancherlei Stän-de verbinden. Wenn damals der Sektcngeist, daßjeder sich zu seiner Parrhci hielt und auf seinenMittelpunkt drängte, arme Noch war und darnach